Soll ich wirklich ein schwarzes Kind kaufen?
Auf solch einen verschrobenen Einfall würde ich zwar nie kommen aber als ich Samstag, dem 28. Januar, an dieser Plakatkombination vorbeifuhr, stutze ich schon sehr und dachte bei mir: "Kann das denn wirklich wahr sein?".
Darum bin ich später extra nochmal hingegangen, um
mir diese unglücklich Kombi näher anzusehen. Beim genauen Blick zeigt sich natürlich die eigentlich gemeinte Absicht -
nämlich die untere, noch leere Werbefläche auch vermieten zu wollen. Aber für den "flüchtigen Betrachter"
(hier: Autofahrer) ist halt das "Kleingedruckte" im oberen Plakat nicht lesbar.
Hinter der Telefonnummer verbirgt sich übrigens die SK Kulturwerbung Bremen GmbH (keine Website, keine email), die zu 50% zur DSM Gruppe gehört. Ein telefonischer Nachfrageversuch blieb vergeblich, denn die mehrfach angewählte Nummer (vom Plakat) war offensichtlich falsch, die Verbindung brach jedesmal nach dem ersten Freizeichen ab. Darum habe ich mich schriftlich an die Herrschaften gewendet, denn ich wollte doch gern mal wissen, was sie dazu zu sagen hätten. Hier der Text meiner Anfrage:
Anfrage auf Stellungnahme
Sehr geehrter Damen und Herren,
da ich Sie telefonisch unter 0421/707061 leider nicht erreichen kann (die Anwahl bricht ständig zusammen) stelle ich Ihnen meine Anfrage nunmehr schriftlich.
Gestern sah ich Ecke Georg-Bitter-Straße / Hamburger Straße mit großer Verwunderung und aus den Augenwinkeln im Vorbeifahren Ihre Plakatierung (siehe beiliegendes Bild).
Ich frage mich seither, wie Sie wohl reagieren mögen, wenn ich Ihnen mitteilte, dass ich jetzt ein schwarzes Kind von Ihnen zu kaufen gedenke?
Nein, das habe ich natürlich nicht ernst gemeint! Dennoch erlaube ich mir, Sie zu fragen, wie es zu so einem Fauxpas kommen konnte. Wie stehen Sie zu meiner Meinung, dass das Anbringen der beiden Plakate in dieser Form einen Inhaltsbezug herstellt, der mehr als, sagen wir, „ungeschickt“ ist?Mit gespannten Grüßen
Bis heute habe ich keine Antwort bekommen. SK Kulturwerbung Bremen GmbH hüllt sich in Schweigen. Allerdings war am letzten Samstag (4. Februar) das untere Plakat gegen ein anderes, neutrales ausgetauscht.
Soweit so gut. Schade, dass niemand reagiert hat. Dennoch: Ich hoffe, man hat verstanden und beweist in Zukunft etwas mehr Fingerspitzengefühl in der Kombination von Plakaten.
Dies ist ja leider nicht der erste Fall von mangelndem Einfühlungsvermögen, auch andere habe sich ja schon gehörig in die Nesseln gesetzt. Darum hoffe ich, dass daraus endlich Lehren gezogen werden.
Denn: Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn sich nicht herausstellen würde, dass Menschen tatsächlich lernfähig sind. Mir, der ich auch im Marketing tätig bin, ist halt auch schon Ähnliches passiert (man erspare mir an dieser Stelle bitte die Rückbesinnung an diese schmerzliche Erfahrung). Daher
(Klugscheißermodus ein)
versuche ich mich seither darum zu bemühen, vor der Freigabe einer Maßnahme oder vor dem Abschluß einer Aktion mir drei (3) Minuten Zeit dafür zu nehmen, mir die möglichen Konsequenzen vorzustellen. Dazu setze ich mir dann eben die "Mütze der Zielgruppe/Betroffenen/Leser/Zuschauer/was-auch-immer" auf und betrachte das, was ich da gerade tue aus deren Sicht. Das hilft! Das reicht oft schon, um Blamagen wie oben geschildert, zu vermeiden. Man muß es eben nur selber wollen
(Klugscheißermodus aus)
Aber das muß man halt
eben erst mal gelernt haben ![]()








