Testbericht: besser als Tippen
Endlich habe ich Zeit
gefunden, ein weiteres meiner Weihnachtsgeschenke anzutesten: einen digitalen Kugelschreiber.
Damit hatte ich schon lange geliebäugelt, es aber immer wieder aufgeschoben, da andere Anschaffungen höhre Priorität
genossen. Gut dann, wenn man eine aufmerksame Frau an seiner Seite hat ![]()
Warum wollte ich immer schon solch ein Gerät haben? Nun, in den vielen, vielen Meetings, an denen ich die Freude habe, teilnehmen zu dürfen, gilt es Notizen anzufertigen oder auch hin und wieder ein Protokoll zu verfassen. Das erledige ich immer noch lieber handschriftlich, da meine Tippkünste eher dem System "Adler" zuzuordnen sind - kreisen, spähen, zustoßen - pro Buchstabe versteht sich. Tippen dauert bei mir halt elendig lange, da ich es nie richtig gelernt habe.
Nun ist es weiterhin eine unumstößliche Tatsache, dass meine Handschrift nicht zu den besten gehört und das ist noch geschmeichelt. Somit müssen Sitzungsniederschriften anschließend abgetippt werden, damit andere auch etwas damit anfangen können. Und das ist ärgerlich, weil redundant. Schließlich ist der Text ja schon erfaßt, handschriftlich zwar aber immerhin.
Ein nochmaliges Abtippen ist eigentlich Zeitverschwendung und in Zeiten, in denen immer weniger Menschen immer mehr Aufgaben erledigen müssen, eigentlich kaum noch zu bezahlen, weil einfach verschwenderisch.
Hier kommt nun dies kleine Gerät ins Spiel...
Den digitalen Kugelschreiber gab es bei
Tchibo
(leider schon ausverkauft), er ist aber auch bei Pearl erhältlich. Der
eigentliche Markenname lautet GeneralKeys und wird, wie ich herausfinden konnte, von Acrox, einem taiwanesischen Hersteller produziert. Dessen Website ist
allerdings so schnarchlangsam, dass ich dort nicht mehr weiter recherchiert habe. Ist ja auch egal, schließlich soll es
hier ja um die ersten Erfahrungen mit dem Gerät gehen.
Den Sensorteil habe ich an die Oberkante eines kleinen Notizzettels gelegt und mit dem speziellen Kugelschreiber einfach darauflos gekritzelt. Die Seite wurde automatisch abgespeichert und nun war ich gespannt, wie sie wohl auf dem PC aussehen würde.
Die entsprechende Software
hatte ich vorher installiert, einen Notizenmanager (der heißt so) und ein Handschriftenerkennungsprogramm. Da
ich schon öfter mit OCR Software zu tun hatte und ich um deren teilweise mangelhaften Erkennungsraten bei schlechten
Vorlagen weiß, habe ich mir hinsichtlich der Handschrifterkennung wenig Hoffnungen gemacht. Schließlich würde es mir ja
zunächst einmal reichen, die Notizen als Bild auf meinem Rechner zu haben, ohne noch einen Scanner anwerfen zu müssen.
Dokumentation ist halt Trumpf
![]()
Sobald ich den Sensorteil mittels USB mit dem PC verbunden hatte, wurde ich gleich vom Notizenmanager gefragt, ob ich alle Dokumente importieren und anschließend gleich aus dem Speicher des Sensorteils löschen wolle. Ich wollte.
Da war sie nun, meine erste Notiz. Was aber kann ich nun damit weiter anfangen?
Ein Rechtslklick mit der Maus gibt Aufschluß. Ich kann sie:
- bearbeiten, dass heißt, weitere Anmerkungen hinzufügen
- senden an
- als Email, dann öffnet sich Outlook (wer will das schon?) und die Notiz wird zum .jpg Attachment
- per Email als Datendatei versenden, sie wird dann (wieder per Outlook) im programmeigenen Exotenformat angehängt
- an PC-Netzwerk, an jemanden im internen Netz, per Funktion, die ich noch nicht weiter ausprobiert habe
- exportieren
- als Datendatei, im internen Format
- als .jpg, was ich getan habe, siehe oben
- eine Erinnerung setzen, d.h. ihr ein Datum mitgeben, sie poppt dann zum gegebenen Zeitpunkt auf dem Desktop
(Windows 7) auf, egal ob das Programm gestartet ist oder nicht
- als Haftnotiz anzeigen, sie prangt dann dauerhaft auf dem Desktop wie eine gelbe Haftnotiz, nicht unpraktisch
Das ist ja schon mal eine ganze Menge. Und da ist dann ja noch die Funktion In Text umwandeln!
Na gut habe ich mir gedacht, probierst du es halt mal und hatte keine großen Erwartungen. Was soll ich sagen, diese Funktion ist einfach der Clou!
Die Erkennungsrate
(siehe Abb.) ist ohne vorheriges Training und trotz meines Geschmieres erstaunlich hoch. Ich muß zugeben, ich bin
verblüfft, an ein solch ordentliches Ergebnis habe ich nicht zu hoffen gewagt. Ich denke, mit ein wenig mehr Disziplin
und Sorgfalt beim Schreiben sollte sich das noch weiter optimieren lassen. Da tun sich doch mit einem Mal ganz neue
Möglichkeiten auf ![]()
Zu beobachten bleibt auch noch der Aspekt des Verbrauchsmaterials. Wie lange halten die Spezialminen (zwei wurden mitgeliefert), sind sie standardmäßig im Schreibwarenhandel erhältlich und wie lange halten die beiden Knopfzellen im Stift durch? Die Ausgaben dafür werden sich sicherlich im Rahmen halten. Das ist es nicht. Aber dumm wäre es, wenn es sich nicht um Standardprodukte handelt und die dann irgendwann nicht mehr zu bekommen sein sollten. Dann wird es schwierig, mit den grade neu gewonnenen Freiheiten. Ich werde weiter testen und berichten.
Zunächst aber freue ich mich über ein neues und mehr als brauchbares Technikspielzeug.








